Am 14. Juni 2026 ist es wieder so weit: der Vatertag steht an. Zwar führte er bis vor wenigen Jahren neben dem Muttertag ein noch eher stiefmütterliches bzw. -väterliches Dasein, allerdings gewinnt auch er immer mehr an Bedeutung. Natürlich sollte es keinen speziellen Feiertag geben müssen, um besonderen Männern im Leben zu danken, aber wenn es ihn denn schon gibt, wäre es doch schade, diesen Tag nicht zu nutzen.
Ebenso, wie man Müttern in vielen Kulturkreisen an unterschiedlichen Terminen gedenkt, hat auch der Vatertag je nach Land eine andere Bedeutung. Als Aktionstag analog zum Muttertag etablierte er sich ursprünglich in den USA. Als Sonora Smart Dodd in einer Kirche erstmals vom neu ins Leben gerufenen Muttertag hörte, wollte sie einen ebensolchen Gedenktag für Väter ins Leben rufen, inspiriert von ihrem eigenen Vater, den sie über alles verehrte. Er zog nach dem frühen Tod der Mutter Sonoras und ihre fünf Geschwister allein auf.
Die junge Frau schlug der Kirchenvereinigung ihres Wohnortes Spokane in Washington als Termin den Geburtstag ihres Vaters vor, den 5. Juni. Zwar entschied die sogenannte Spokane Ministerial Alliance, einen Vatertag abzuhalten, als Datum legte sie jedoch den 3. Sonntag im Juni fest. 1966 sprach sich schon der damalige Präsident Lyndon B. Johnson für die Etablierung des Vatertages als Feiertag aus, 1972 erhielt er durch Präsident Richard Nixon den Status als offizieller Feiertag.
Schon viel früher, nämlich 1955, wurde der Vatertag auch in Österreich eingeführt. Beeindruckt vom sogenannten “Männertag” in Deutschland, der an Christi Himmelfahrt mit viel Alkohol begangen wird, importierte der Werbeleiter der Wiener Traditionsfirma Gloriette-Hemden, Helmut Herz, den Brauch kurzerhand nach Österreich. Er strich den Alkohol und erklärte den Vatertag zum Familientag. Sein Hintergedanke: Der Wirtschaft ging es nach dem zweiten Weltkrieg schlecht – ein Tag, an dem Geschenke gemacht werden, kam da gerade recht.
Warum Herz den 2. Juni wählte? “Nicht zu weit vom Muttertag entfernt, da haben die Frauen vielleicht noch ein schlechtes Gewissen wegen ihrer Geschenke”, soll er einst in einem Interview gesagt haben. Selbstverständlich sollte nicht schlechtes Gewissen die Idee hinter einem Geschenk sein, sondern das aufrichtige Gefühl der Dankbarkeit. Eine Geste, die zeigt “Ich denke an dich, ich empfinde dich nicht als selbstverständlich”, ist eher gefragt als ein teures Präsent.
Wer es mit den Ursprüngen des Vatertags ganz genau nehmen möchte und gern mit Augenzwinkern schenkt, kann selbstverständlich zum Vatertag ein Hemd schenken – oder auch eine wunderschöne Krawatte samt Einstecktuch. Zu den Klassikern zählen aber auch Manschettenknöpfe, Krawattennadeln und hochwertig gearbeitete Ledergürtel. Im Gegensatz zu Wein oder Spirituosen handelt es sich dabei um Stücke, die den Herren längere Zeit begleiten und immer wieder an die schenkende Person erinnern.
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