Visitenkarte: Werkzeug oder Statussymbol?

Ganz so überhöhen wie Patrick Bateman und seine Kollegen in der Rechtsanwaltskanzlei in „American Psycho“ muss man die Visitenkarte nicht, aber unterschätzen sollte sie man auch heute keineswegs.

Visitenkarten sind überholt? Falsch, denn das einstige Statussymbol wurde zum klassischen Arbeitswerkzeug und gehört zum Business wie der Anzug zum Gentleman. Auch wenn zum Teil fast verschwenderisch mit ihnen umgegangen wird, lohnt es sich Wert auf Design und Qualität in der Verarbeitung zu legen. Die Visitenkarte ist Teil der Marke, entweder der eigenen oder des Unternehmens. Sie steht für die Werte, die man repräsentiert und hinterlassen einen zweiten ersten Eindruck. Sie ist also nicht nur Werkzeug, sondern immer noch ein bisschen Statussymbol. Genau so wichtig wie das Erscheinungsbild ist der Umgang mit den Karten. Das sollte man beachten:

Der passende Zeitpunkt

Eine Visitenkarte wird erst dann überreicht, wenn ein Gespräch auch geschäftliche Themen beinhaltet und ein Interesse daran besteht, weiterhin im Gedächtnis des Gesprächspartners zu bleiben.

Wer überreicht zuerst

Lernt man sich zu einem eindeutigen beruflichen Zweck während eines Meetings oder auf einer ähnlichen Veranstaltung kennen, dann reicht man üblicherweise dem Ranghöchsten seine Visitenkarte. Dieser hat zuerst das Recht zu erfahren, mit wem er spricht. Als Besucher in einem anderen Firmengebäude reicht man seine Visitenkarte unabhängig von der eigenen Position zuerst. Gibt es im Foyer eines Gebäudes bereits eine Anmeldung, wird auch dort eine Karte vorgelegt. Dies erleichtert das Ausfüllen eines Besucherausweises und beschleunigt das Ankündigen des Besuchers bei den Gastgebern.

Übergabe mit Augenkontakt

Visitenkarten werden stets mit direktem Augenkontakt übergeben, sprich nicht über Dritte weiter verteilt. Gehalten wird sie dabei mit Daumen und Zeigefinger, dabei sollte die Visitenkarte bereits in die richtige Richtung gedreht sein. Die Person gegenüber soll auf einen Blick alles erkennen können. Vermeiden Sie, die Karte auf den Tisch zu legen. Man überreicht eine Visitenkarte von Hand zu Hand. Bei der Annahme wird das Geschriebene überflogen und die Karte keinesfalls beiläufig eingesteckt.

Niemals in die Geldbörse

Eine Visitenkarte wird niemals achtlos in der Geldbörse verstaut. Es ist nicht nur unhöflich mit erhaltenen Karten so zu verfahren, sondern wirkt unprofessionell, wenn die eigene Karte aus der Geldbörse übergeben wird. Suchen Sie sich ein spezielles Visitenkartenetui aus. Das könnten Sie zum Beispiel prägen lassen und somit zu einem eleganten Accessoire machen.

Bekommt man eine Visitenkarte, kann diese nach dem Betrachten durchaus in das eigene Etui gelegt werden. Behalten Sie den Überblick und sammeln Sie erhaltene Karten konsequent am hinteren Ende des Stapels.

Der Platz des Etuis am Körper signalisiert die Wertigkeit der Visitenkarten. Tragen Sie es nicht in der Hosentasche.

Sauber und ohne Knicke

Keine umgeknickten Ecken und Kanten, kein Schmutz, nichts Verschmiertes. Nur eine saubere und ordentliche Visitenkarte ist professionell.

Kleine Notizen sind erlaubt

Sie möchten noch etwas ergänzen? Kleine Notizen sind nicht nur erlaubt, sie verleihen einer Visitenkarte auch eine hochwertige und individuelle Note. Die Karte allerdings bitte nur vor den Augen des Gegenübers individualisieren.

Niemals auf die Visitenkarte eines Anderen schreiben, auch wenn es wichtig erscheint. Es greift unbewusst die Wertschätzung der Person an.

Rund um die Welt

Die Art und Weise des Umgangs mit Visitenkarten unterscheidet sich von Land zu Land teilweise gravierend.

Im afrikanischen und arabischen Raum wird den Karten nach wie vor eine sehr große Bedeutung beigemessen und man überreicht sie in der Regel schon nach der Begrüßung. Dabei nutzt man stets die rechte Hand.

In asiatischen Ländern ist es hingegen üblich, die Karte mit beiden Händen zu übergeben. Der Rangniedere überreicht auch hier seine Karte zuerst.

In Großbritannien beginnt hingegen der Gastgeber mit der Übergabe seiner Visitenkarte an die Besucher, meist schon zu Beginn eines Gespräches.

Ähnlich verfährt man in Russland. Auch hier tauscht man die Karten beim ersten Kontakt aus und sollte die erhaltene Karte stets genau lesen. Ein bloßes Überfliegen gilt hier als unhöflich.

In Italien hingegen überreicht man Karten erst dann, wenn man auf geschäftliche Themen zu sprechen kommt oder sich die Unterhaltung dem Ende neigt.

Simpel oder ausgefallen

Das Standardformat von Visitenkarten ist in der Regel 8,5 cm breit und 4,5 cm hoch. Abweichungen bis 9 cm bzw. 5,5 cm sind ebenfalls verbreitet. Meist erfolgt das Design der Visitenkarten im Querformat. Wer für Abwechslung sorgen möchte, kann bereits mit einer Karte im Hochformat viel erreichen. Die Abweichung vom Standard erschwert jedoch das schnelle Lesen der Karte in Visitenkartensammlungen. Abweichungen vom Format können auch die Aufbewahrung schwieriger machen. Das sollte man bedenken. Die Karte sollte die Dienstleistung repräsentieren, die auch geleistet werden kann. In Kreativbranchen sind sie der erste Beweis des Könnens, im Finanzsektor ein Indikator für Seriosität.

 

 

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