Der Meister der Krawatten

Was hatten Michael Gorbatschow, George Bush, Francois Mitterand, Oscar Luigi Scalfaro und Helmut Kohl gemein? Sie alle haben die politische Landschaft ihrer Heimatländer geprägt, ist die Antwort desjenigen, der nicht um die Vorliebe der fünf Herren für ein und denselben Krawattenmacher weiß: Marinella in Neapel.

An der Piazza Vittoria liegt das Geschäft, das seit 1914 erst Neapolitaner und heute Männer aus aller Welt mit feinsten Krawatten versorgt, auf Wunsch auch nach Maß. So kann der Käufer sich passend zur neuen Sportjacke ein Dutzend Krawatten aussuchen und in exakt der Länge und Breite zuschneiden lassen, die der eigenen Länge und Breite entspricht. Auch die Dicke des Futters und, daraus resultierend, die des Knotens kann genau bestimmt werden. Der Kunde hat hier wirklich die Kontrolle über jedes der entscheidenden Details einer Krawatte. Wer nun denkt, dass ein solches Ladengeschäft die Opportunitätskosten nicht rechtfertigt, der irrt. Auf zwanzig Quadratmetern werden mehr Krawatten umgesetzt als in manchem mehrstöckigen Herrausstatterladen. Und der Gewinn wird nicht über einen hohen Stückpreis erzielt, sondern dank einer Vielzahl stilbewußter Herren aus Italien und allen anderen Ländern der Welt.

Es ist kein Zufall, dass diese Pilgerstätte für Krawattenfreunde auf der italienischen Landkarte zu finden ist. In keiner anderen Nation legen Männer so viel Wert auf Ihre Kleidung, und der offenbar ungefährdete Fortbestand diesen kleinen Krawattenspezialisten ist dafür der beste Beweis. In England wird traditionell mehr Wert auf außergewöhnliche Hemden gelegt, da die Krawattenauswahl eher beschränkt ist. Schließlich gaben hier jahrzehntelang die Schul-, College-, oder Regimentfarben das Design des Langbinders vor. So sind in England auch die einzeln und nach Maß gefertigten  Krawatten stilistisch von geringerer Bedeutung. Allenfalls Frankreich könnte noch die Heimstadt eines Geschäfts wie Marinella sein.

Denn die Franzosen wissen wie die Italiener Tradition, Qualität und vor allem Stil zu schätzen. So kann man sich zum Beispiel auch bei Charvet am Place Vendome in Paris seine Krawatten einzeln und nach Maß machen lassen. Doch es ist nicht allein die Einzelanfertigung von Hand, die Marinella berühmt gemacht hat. Es ist auch die unvergleichliche Auswahl und Qualität der Stoffe, die hier bereitgehalten wird. Dreimal im Jahr fährt Maurizio Marinella nach England, um Stoff einzukaufen. Dabei pflegt er die Geschäftsbeziehungen, die sein Vater und schon Großvater in über 80 Jahren aufgebaut haben. Da bei Marinella nicht nur einzeln angefertigte Krawatten verkauft werden, sondern auch Krawatten von der Stange, lässt Maurizio Marinella in England Krawatten fertigen. Er vertraut dabei nur den allerbesten Spezialisten. Drake’s zum Beispiel liefert sowohl Stoffe als auch fertige Krawatten. Letztere werden allerdings unter dem Marinella – Label verkauft. Die Stoffe, die Drake’s an Marinella liefert, werden exklusiv für den Neapolitaner entworfen und hergestellt. Marinella beweist, dass auch heute noch kleine Familienunternehmen überleben und sogar prosperieren können, wenn sie besondere Qualität und individuellen Service bieten. Zudem zeigt das traditionsreiche Geschäft, dass der stilsichere und in Kleiderfragen gebildete Kunde immer noch am besten weiß, was zu ihm passt.

copyright by Bernhard Roetzel

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